Aktuelles aus dem Kreisverband
Respektlose Kinder Schwerpunktthema der Verbandsarbeit in diesem
Schuljahr
„Immer mehr Kinder sind in ihrer emotionalen Entwicklung gestört“, so
BLLV-Kreisvorsitzender Walter Schäffer (Schweinfurt-Land). Es gebe
Grundschüler, die nie Regeln gelernt hätten und das machen, was sie
gerade wollen. Respektlose Kinder und kleine „Prinzen“ und
„Prinzessinnen“ erschwerten den Lehrkräften ihre Arbeit. Das beginne mit
dem nicht Einhalten von Gesprächsregeln und ende mit dem nicht
Hochstellen des Stuhles zum Schulschluss. Dies sei oft auch ein Problem
der Wahrnehmung durch das Kind.
Den Anfang machte eine Lehrerfortbildung mit Persönlichkeitsbildner,
Knigge- und Tanzlehrer Bruno Wissenz (Pautzfeld) an der Grundschule in
Grettstadt zum Thema „Werte leben. Werteerziehung einmal anders“. Er
forderte auf, Mut zu haben und verdeutlichte: „Lehrer sitzen an der
Quelle, haben neben den Eltern den größten Einfluss auf die Erziehung
der Kinder und sind Fachleute.“ Er leitete auch den Väterabend und
fragte: „Auf einer Reihe Diktator, Chef, Kumpel, wo ordnen Sie sich da
ein?“ Viele Väter wollten der Kumpel ihrer Kinder sein. Das sei doch
sehr erstaunlich, denn eine Erziehung auf derselben Ebene funktioniere
nicht. Kinder suchen sich immer Vorbilder, sie wollen stolz auf ihren
Vater sein, wollen zu ihm aufschauen. Kinder brauchen klare Ansagen,
ohne Kompromiss, ohne Diskussion. Das entspricht dem Handeln eines
Chefs.
„Viele Väter halten sich immer mehr aus der Erziehung ihrer Kinder
heraus. In Kindergarten und Grundschule sind unsere Kinder fast nur von
Erzieherinnen umgeben. Bei mir reifte die Idee, die Väter mehr in die
Verantwortung zu nehmen,“ sagte Andreas Sauer, Rektor der Grundschule.
Er hatte die Väter zu einem Schwerttanz-Workshop eingeladen.
Gleichzeitig konnten die Jungs der dritten und vierten Klassen im
Unterricht den Schwerttanz erlernen. Dieser sei bestens geeignet, die
Persönlichkeit von Kindern zu schulen, so Wissenz. Es gehe nicht nur
darum, ein Bewusstsein für seinen Körper und dessen Kräfte zu
entwickeln, sondern um „alte“ Werte wie Disziplin, Ehre,
Hilfsbereitschaft und Mut.
„Jeder Vater hat eine
Qualität“, stimmte Sauer zu. Es gelte, sie herauszufinden. Wichtig sei
die Qualität der Zeit, die ein Vater mit seinem Kind verbringt.
Einfachste Prinzipien in der Erziehung seien Konsequenzen. Diese nähmen
Kinder dankbar an, weil danach die Sache erledigt und verziehen ist. Das
entspreche der Suche der Jugend nach klaren Grenzen. Weitere
Veranstaltungen werden folgen.
Horst Fröhling
