Aktuelles aus dem Kreisverband
„Die Schulen im
ländlichen Raum müssen erhalten bleiben“
BLLV lädt Vertreter der Freien
Wähler Schweinfurt und
MdL Günther Felbinger zu einem Treffen

Dittelbrunn: Walter Schäffer (BLLV Schweinfurt)
erläuterte bei diesem Treffen das Ergebnis einer aufwändigen Studie über
die Entwicklung der Schülerzahlen an allen bayerischen Mittelschulen.
Ausgehend vom Datenmaterial des Statistischen Landesamtes (aus dem Jahr
2009) wurde in dieser
Studie eine Prognose erarbeitet, die aufzeigt, wie viele Schüler in den
Jahren 2015, 2020 oder 2030 noch die 7. Jahrgangsstufe in jeder
einzelnen Mittelschule besuchen werden. „Von den bisher noch
existierenden etwa 1000 Mittelschulen in Bayern werden schon in wenigen
Jahren die Hälfte geschlossen werden müssen“ Für den Landkreis
Schweinfurt bedeutet dies, dass dann nur noch 169 Schüler sechs
einzügige Mittelschulen besuchen werden. Dies ließe sich auch bei besten
Willen nicht mehr sinnvoll organisieren, da jede Mittelschule ein
Ganztags- und ein M-Angebot (Mittlerer Bildungsabschluss) haben müsse.
Dass dies nicht unumgänglich ist, zeigte die Studie
mit zwei Szenarien (zweigliedriges System/ Gemeinschaftsschule). Schon
wenn die bisherige Trennung der Schüler auf Mittelschule und Realschule
entfiele, würden im gesamten Landkreis 2020 noch ca. 500 Kinder diese
Schulen besuchen. Damit könnten zwölf Standorte gesichert werden.
Ewald Öftring, Kreisvorsitzender Freie Wähler
Schweinfurt, bedauerte, dass das Kultusministerium 2008 sechs Anträge
aus Landkreiskommunen auf Einrichtung eines Schulversuchs abgelehnt
hatte. Wertvolle Zeit sei vertan worden, ein weiter so sei nicht
hinnehmbar.
Auch Günther Felbinger (MdL Freie Wähler)
anerkannte Handlungsbedarf. Dies sei keine pädagogische, sondern eine
politische Frage. Seine Partei werde sich mit aller Kraft für den Erhalt
der Schulen einsetzen. Ein Kindergarten und eine Schule seien für die
Zukunft einer jeden Gemeinde äußerst wichtig. Damit möglichst viele
Einrichtungen erhalten bleiben können, müssen die Kommunen eng
kooperieren. Sie bräuchten aber auch „echte Freiräume“, um ein
attraktives, wohnortnahes Schulangebot erhalten zu können. Für diese
Freiräume – so versprach Günther Felbinger – werde er sich mit den
Freien Wähler mit voller Kraft einsetzen. Nur ein Lösen aus dem
erstarrten dreigliedrigen System und flexible, auf die Regionen
zugeschneiderte Modelle seien zukunftsfähig.
